Ein Bericht über die Haldenwanderung zum Bergmannsfest am 04.07.2015

Eine Haldenwanderung

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 von der Haldenwanderung
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Im Jahre 2000 feierte der Bergbau in Bleicherode sein 100 jähriges Jubiläum. Aber seit 1989 wird kein Kalisalz mehr gefördert. Was blieb, war der ungefähr 100 m hohe Abraumberg auf einer Fläche von 32 ha. Am Ortseingang gelegen war er ein unschöner Anblick für jeden Besucher. Aber das hat sich schon geändert und in ein paar Jahren wird keiner mehr einen Abraumberg vor den Toren von Bleicherode vermuten. Schon seit 1991 läuft ein ehrgeiziges Projekt, die Begrünung der Halde. Jährlich kann der aufmerksame Beobachter Fortschritte erkennen. Er wird immer grüner, unser ehemals roter Abraumberg. Er erstreckt sich in Ost- West-Richtung in einer Länge von 1.100 m und in Nord-Süd-Richtung  auf eine Länge von  480 m.

Die Entsorgungsbetreibergesellschaft NDH-E kümmert sich nun schon seit zwei Jahrzehnten darum, dass auf der großen Kalirückstandshalde wieder eine Pflanzen- und Tierwelt entsteht. Dies ist ein einzigartiges Naturschutzprojekt. Viele Tier- und Pflanzenarten haben sich die 100 Meter hohe Halde wieder erobert. Die etwa 12 Meter dicke „Umhüllung“ des eigentlichen Kalirückstandes besteht aus drei Schichten: Zuerst wurde eine kapillar-brechende Schicht aufgebracht, um das Aufsteigen des Salzes zu verhindern. Es folgte eine konturgebende Schicht und zum Schluss die Kulturschicht, die erst das Wachsen der Flora ermöglichte. Auf dieser Kulturschicht wachsen Ahorn, Robinie, Eiche, Sanddorn, Holunder und zirka 60 weitere Baum- und Buscharten. So sind bis zum Jahr 2015 bereits 26 ha begrünt und weitere 15 ha befinden sich zurzeit noch in der sogenannten Überdeckung. Tiere wie Hasen, Füchse, Rehe, Falken und noch viele andere Tiere genießen die Ruhe in dieser grünen Sonderzone.

Es ist die einzig sinnvolle Alternative für unsere Natur den Kalirückstandsberg zu bedecken und zu begrünen. Denn so wird nachhaltig das Ausspülen von Salzlauge durch Regen am ehesten eingedämmt. Seit der Begrünung verringerte sich der Ausstoß an Lauge von  zirka 250.000 Kubikmeter pro Jahr auf 25.000 Kubikmeter pro Jahr. Die übrige Lauge wird unterirdisch in einem 450 m langen Haldentunnel abgeleitet, gesammelt und wieder im Berg versetzt.

Seit 2010 wird der Haldenberg auch zur Erzeugung alternativer Energien genutzt. Nach nur einer Bauzeit von einem Jahr wurde auf der Halde ein Solarpark errichtet. Auf einer Fläche von 1,6 ha stehen die Solarmodule und erzeugen insgesamt maximal 1,28 MW Elektroenergie.

Es war eine sehr interessante, informative Haldenwanderung. Unser Haldenführer, Herr Horst Schmidt, trug durch seine kompetenten Erklärungen viel zum Verstehen der Probleme, Etappen und Besonderheiten bei der Haldenbegrünung bei. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. Ich kann nur jedem Interessierten empfehlen, einmal an einer solchen Haldenwanderung teilzunehmen. Freuen wir uns mit unseren Kindern und Enkelkindern auf die Zeit in etwa 25 Jahren, wo wir nicht nur die Bleicheröder Berge als grüne Oase besitzen, sondern noch einen weiteren grünen Berg, die Halde.

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